January 2010

ZWÖLF WELTEN 

"ZWÖLF WELTEN exposure twelve — zeitgenössische Fotografie"

Wo sich zwölf zusammen zeigen, wird der Betrachter der dreizehnte sein. Den einen Standpunkt der zwölf zu nennen, ist schwer, unnötig auch. Möglich, daß es ihn gibt — wenn, stellt er sich im Auge des Betrachters her. Wir sind es, die den Fotografen über ihre Schulter schauen, wir sind der verlängerte Blick, der sieht, was sie gesehen haben und mehr. Das Mehr ist, was ein Foto ausmacht für uns. Was die Verschiedenheiten bündelt, ist der sichtbare Versuch der zwölf, an Unberührbares zu rühren: an verdeckte Welt zu rühren, eine Welt unter der Welt, etwas, das lebt unter dem, was wir leichthin als wirklich bezeichnen, sichtbar nur im Augenblick, den der Fotograf mit dem Auslöser aus dem Flüchtigen schneidet wie die letzte Parze, Morta mit der Schere, den Schnitt macht, wann sie es will. Der Ausschnitt ist das Bild, das bleibt, die eine Wirklichkeit für sich. Er ist die Welt, die gegen die Welt zu halten ist, sobald der Fotograf sie freigibt. Die Freigabe ist die Positionsbestimmung. Sie ist als das Anliegen der zwölf Bildproduzenten zu sehen: ihre Arbeit, die sie als gemeinsame verstehen, als fotografische Positionen bezeichnen, deren Schnittmenge immer neu und wieder neu zu finden sein wird.

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